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Interpretation der Offiziellen Basketball-Regeln 2004

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Interpretation der Offiziellen Basketball-Regeln 2004
September 2004

FIBA-LogoDiese Unterlage, gültig ab dem 1. September 2004, enthält die offiziellen FIBA-Interpretationen zu den offiziellen Basketball-Regeln 2004 der FIBA. Im Falle von inhaltlichen Abweichungen zu früher erschienenen FIBA-Interpretationen gilt die vorliegende Veröffentlichung.

Die offiziellen Basketball-Regeln der FIBA werden vom Central Board der FIBA verabschiedet und regelmäßig von der Technischen Kommission der FIBA überprüft.

Die Regeln werden so eindeutig und umfassend wie möglich formuliert, beschreiben aber die grundsätzlichen Prinzipien und nicht konkrete Spielsituationen. Sie können deshalb nicht die große Vielfalt spezieller Situationen abdecken, die in einem Basketballspiel vorkommen können.

Ziel dieser Unterlage ist es, die grundsätzlichen Prinzipien und Konzepte des Regelhefts auf in der Praxis eines normalen Basketballspiels vorkommende spezielle Situationen zu übertragen.

Die Interpretationen zu den einzelnen Situationen sind geeignet, Schiedsrichter im oben genannten Sinn anzuregen und ihre ausführliche Beschäftigung mit dem eigentlichen Regeltext als primärer Grundlage zu ergänzen.

Die offiziellen Basketball-Regeln der FIBA werden das vorrangige Dokument für das Basketballspiel der FIBA bleiben. Der Schiedsrichter hat aber ausdrücklich das Recht und die Vollmacht, Entscheidungen über jeden Punkt zu treffen, der nicht ausdrücklich in den Regeln oder in den nachstehenden offiziellen FIBA-Interpretationen festgelegt ist.

Art. 5          Verletzung eines Spielers

Festlegung 1:

Ist ein Spieler offensichtlich oder anscheinend verletzt und sein Trainer, Trainer-Assistent, Ersatzspieler oder andere Mitglieder seiner Mannschaft kommen deshalb von der Mannschaftsbank auf das Spielfeld, dann gilt dieser Spieler als behandelt, unabhängig davon, ob tatsächlich eine Behandlung vorgenommen wurde.

Beispiel 1:

A4 hat sich anscheinend am Knöchel verletzt und das Spiel wird unterbrochen.

a)        Mannschaftsarzt A betritt das Spielfeld und behandelt den verletzten Knöchel von A4.

b)        Mannschaftsarzt A betritt das Spielfeld, aber A4 hat sich mittlerweile erholt.

c)        Trainer A kommt aufs Spielfeld, um die Verletzung von A4 in Augenschein zu nehmen.

d)        Trainer-Assistent, Ersatzspieler oder Mannschaftsbegleiter der Mannschaft A betreten das Spielfeld, jedoch ohne A4 zu behandeln.

Interpretation:

In allen genannten Fällen gilt A4 als behandelt und muss ausgewechselt werden.

Festlegung 2:

Muss ein schwer verletzter Spieler vom Spielfeld gebracht werden und ist dieser Transport nach Ansicht des Arztes für den Verletzten gefährlich, ist die Dauer der erforderlichen Spielunterbrechung nicht begrenzt.

Beispiel 2:

A4 wurde schwer verletzt und das Spiel ist etwa 15 Minuten unterbrochen, weil der Arzt den Transport des Spielers vom Spielfeld für riskant hält.

Interpretation:

Die Einschätzung des Arztes bestimmt die angemessene Zeit für den Transport des verletzten Spielers vom Spielfeld. Nach dem Spielerwechsel wird das Spiel fortgesetzt, die Pause bleibt regeltechnisch ohne Konsequenzen.

Art. 9          Anfang und Ende einer Spielperiode

Festlegung 1:

Ein Spiel kann nicht beginnen, wenn nicht beide Mannschaften mit mindestens fünf spielberechtigten und spielbereiten Spielern antreten. Sind zum angesetzten Spielbeginn weniger als fünf Spieler auf dem Spielfeld, müssen die Schiedsrichter mit Fingerspitzengefühl auf unvorhersehbare Umstände als mögliche Ursache einer Verzögerung reagieren. Wird für die Verzögerung eine plausible Erklärung abgegeben, ist kein technisches Foul zu verhängen. Wird jedoch keine plausible Erklärung abgegeben, kann ein technisches Foul verhängt und/oder auf Spielverlust erkannt werden.

Beispiel 1:

Zum Zeitpunkt des angesetzten Spielbeginns hat Mannschaft A weniger als fünf spielbereite Spieler auf dem Spielfeld. Der Vertreter von Mannschaft A kann

a)        eine einleuchtende und akzeptierbare Erklärung für die verspätete Ankunft seiner Mannschaft abgeben.

b)        keine einleuchtende und akzeptierbare Erklärung für die verspätete Ankunft seiner Mannschaft abgeben.

Interpretation:

a)        Der Spielbeginn ist um maximal 15 Minuten zu verschieben. Kommen die fehlenden Spieler innerhalb dieser 15 Minuten spielbereit auf das Spielfeld, ist das Spiel zu beginnen. Andernfalls kann auf Spielverlust zu Gunsten Mannschaft B mit einer Korbwertung von 20:0 entschieden werden.

b)        Der Spielbeginn ist um maximal 15 Minuten zu verschieben. Kommen die fehlenden Spieler innerhalb dieser 15 Minuten spielbereit auf das Spielfeld, kann gegen Trainer A ein technisches Foul ("B"-Foul) verhängt werden, und das Spiel beginnt nach Ausführung der Freiwürfe.

Treffen die fehlenden Spieler nicht innerhalb 15 Minuten spielbereit auf dem Spielfeld ein, kann auf Spielverlust zu Gunsten Mannschaft B mit einer Korbwertung von 20:0 entschieden werden.

Festlegung 2:

Art. 9 legt fest, welchen Korb eine Mannschaft verteidigt und welchen Korb sie angreift. Falls zu Beginn einer Spielperiode oder Verlängerung irrtümlich beide Mannschaften auf die falschen Körbe spielen, ist dies unmittelbar nach Entdeckung zu korrigieren, ohne dass dabei eine Mannschaft benachteiligt wird. Alle vor der Spielunterbrechung erzielten Punkte, die abgelaufene Spielzeit, verhängte Fouls usw. bleiben gültig.

Beispiel 1:

Nach Beginn einer Spielperiode oder Verlängerung stellen die Schiedsrichter fest, dass beide Mannschaften in die falschen Richtungen spielen.

Interpretation:

Das Spiel ist so schnell wie möglich zu unterbrechen, ohne dabei eine Mannschaft zu benachteiligen. Die Mannschaften tauschen die Körbe. Das Spiel ist nächst der spiegelbildlich gegenüberliegenden Stelle fortzusetzen, an der es unterbrochen wurde.

Beispiel 2:

Zu Beginn einer Spielperiode oder Verlängerung spielt Mannschaft A auf den richtigen Korb, als B4 die Orientierung verliert, zum falschen Korb dribbelt und einen Korb erzielt.

Interpretation:

Die zwei Punkte werden dem Kapitän der Mannschaft A angeschrieben.

Art. 12        Sprungball und Wechselnder Ballbesitz

Festlegung

Die Mannschaft, die zu Spielbeginn nach dem Sprungball nicht die Ballkontrolle erlangt, erhält den Ball zu einem Einwurf nächst der Stelle, an der die nächste Sprungballsituation entsteht.

Beispiel 1:

Ein Schiedsrichter wirft den Ball zum Eröffnungssprungball hoch. Unmittelbar nachdem der Ball legal vom Springer A4 getippt wurde, wird

a)        ein Halteball zwischen A5 und B5 gepfiffen.

b)        ein Doppelfoul gegen A5 und B5 gepfiffen.

Interpretation:

Da noch keine Mannschaft Ballkontrolle erlangt hat, kann der Einwurfanzeiger noch nicht angewendet werden. Der 1. Schiedsrichter führt den Sprungball im Mittelkreis noch einmal durch, mit A5 und B5 als Springer.

Die abgelaufene Spielzeit zwischen dem legalen Tipp und der Halteball-/Doppelfoul-Situation bleibt bestehen.

Beispiel 2:

Mannschaft B steht ein Einwurf gemäß Wechselndem Ballbesitz zu. Schiedsrichter und/oder Anschreiber machen einen Fehler, und der Einwurf wird irrtümlich Mannschaft A zugesprochen.

Interpretation:

Sobald der Ball einen Spieler berührt oder von einem Spieler auf dem Spielfeld berührt wird, kann der Fehler nicht mehr korrigiert werden. Mannschaft B verliert wegen dieses Fehlers jedoch nicht das Recht auf den Wechselnden Ballbesitz und erhält den Einwurf bei der nächsten Wechselnden-Ballbesitz-Situation.

Art. 17        Einwurf

Festlegung 1:

Bevor der Ball die Hand eines Einwerfers verlässt, kann es vorkommen, dass durch die Einwurfbewegung die Hand oder Hände des Einwerfers mit dem Ball durch die gedachte Wand über der Grenzlinie geraten. In dieser Situation liegt die Verantwortung, den Einwerfer mit dem Ball in der Hand beim Einwurf nicht zu stören und den Ball nicht zu berühren, weiterhin beim Verteidiger.

Beispiel:

A4 erhält den Ball zum Einwurf. Während A4 den Ball hält, geraten seine Hände über die Auslinie, so dass sich der Ball über dem Spielfeld befindet. B4 greift sich den Ball aus den Händen von A4 oder tippt den Ball aus dessen Händen.

Interpretation:

B4 hat den Einwurf gestört und damit die Spielfortsetzung verzögert. B4 ist zu verwarnen. Diese Verwarnung ist dem Trainer B mitzuteilen und gilt für alle Spieler der Mannschaft B für die restliche Spielzeit. Im Wiederholungsfall durch irgendeinen Spieler der Mannschaft B kann ein technisches Foul verhängt werden.

Festlegung 2:

Bei einem Einwurf muss der Einwerfer den Ball einem Mitspieler zupassen (nicht übergeben). Eine Ballübergabe widerspricht dem Sinn eines Einwurfs.

Beispiel:

Bei einem Einwurf durch A4 übergibt er den Ball an A5, der sich auf dem Spielfeld befindet.

Interpretation:

A4 verursacht eine Einwurf-Regelübertretung. Für einen legalen Einwurf muss der Ball die Hand/Hände des Einwerfers verlassen. Der Ball wird der Mannschaft B zum Einwurf nächst der Stelle der Regelübertretung zugesprochen.

Art. 18/19        Auszeit / Spielerwechsel

Festlegung 1:

Vor Beginn oder nach Ende einer Spielperiode oder Verlängerung kann weder eine Auszeit noch ein Spielerwechsel gewährt werden.

Beispiel 1:

Bei einem Sprungball zu Spielbeginn begeht Springer A5 eine Regelübertretung, bevor der Ball legal getippt wurde. Der Ball wird Mannschaft B für einen Einwurf zugesprochen. Jetzt verlangt ein Trainer eine Auszeit oder einen Spielerwechsel.

Interpretation:

Die Auszeit bzw. der Spielerwechsel kann nicht gewährt werden, da die Spieluhr noch nicht gelaufen ist.

Beispiel 2:

Gleichzeitig mit dem Signal zum Ende einer Spielperiode wird ein Foul gepfiffen und A4 erhält zwei Freiwürfe. Nun verlangt ein Trainer eine Auszeit oder einen Spielerwechsel.

Interpretation:

Auszeit oder Spielerwechsel kann nicht gewährt werden, weil die Spielzeit abgelaufen ist.

Festlegung 2:

Das Signal der 24-Sekunden-Anlage stoppt nicht die Spieluhr und eröffnet daher keine Wechsel- oder Auszeitmöglichkeit.

Beispiel:

Während der Ball bei einem Korbwurf in der Luft ist, ertönt das 24-Sekunden-Signal. Anschließend geht der Ball in den Korb. Nun verlangt eine Mannschaft, bzw. verlangen beide Mannschaften

a)        Spielerwechsel.

b)        Auszeit.

Interpretation:

a)        Das 24-Sekunden-Signal wird ignoriert, da es nicht die Spieluhr stoppt. Sie würde nur dann gestoppt und Spielerwechsel wäre möglich, wenn ein Schiedsrichter das Spiel unterbrechen würde oder wenn gegen die beantragende Mannschaft in den letzten zwei Minuten einer Spielperiode oder Verlängerung ein Feldkorb erzielt würde. In diesem Fall dürfte auch die andere Mannschaft Spielerwechsel durchführen.

b)        Nur die Mannschaft, gegen die der Korb erzielt wurde, hat eine Auszeitmöglichkeit.

Festlegung 3:

Begeht der Freiwerfer bei seinem letzten oder einzigen Freiwurf eine Regelübertretung, entsteht dadurch eine Wechselmöglichkeit für beide Mannschaften, unabhängig davon, ob der Spielerwechsel bereits beantragt war, als dem Freiwerfer der Ball zum ersten oder einzigen Freiwurf zur Verfügung gestellt wurde.

Beispiel:

Freiwerfer A4 begeht bei seinem letzten Freiwurf eine Regelübertretung. A10 und/oder B10 möchten nun eingewechselt werden. Vor dem letzten Freiwurf war noch kein Spielerwechsel angemeldet.

Interpretation:

Jeder Spielerwechsel ist zulässig. Nach einer Regelübertretung dürfen beide Mannschaften wechseln.

Festlegung 4:

Ist eine Auszeit beantragt und es wird ein Foul gepfiffen, beginnt die Minute für die Auszeit erst, nachdem der Schiedsrichter sämtliche Anzeigen im Zusammenhang mit dem Foul zum Kampfgericht abgeschlossen hat, einschließlich der Anzeige für den erforderlichen Spielerwechsel im Falle eines fünften Spielerfouls. Nachdem alle Anzeigen abgeschlossen sind, beginnt die Auszeit, indem der Schiedsrichter pfeift und das Zeichen für die Auszeit gibt.

Beispiel 1:

Trainer A hat eine Auszeit beantragt, als wegen eines Fouls von B4 ein toter Ball entsteht. Es handelt sich um das fünfte Foul von B4.

Interpretation:

Die Auszeit beginnt erst, nachdem sämtliche Anzeigen im Zusammenhang mit dem Foul zum Kampfgericht abgeschlossen sind und der Ersatzspieler für B4 eingewechselt wurde.

Beispiel 2:

Trainer A hat eine Auszeit beantragt, als wegen eines Fouls von B4 ein toter Ball entsteht. Es handelt sich um das fünfte Foul von B4. Während der Schiedsrichter noch das Foul dem Kampfgericht anzeigt, gehen die Spieler sofort zu ihren Mannschaftsbänken, ohne auf den Schiedsrichterpfiff für den Beginn der Auszeit zu warten.

Interpretation:

Sobald die Spieluhr gestoppt ist, dürfen die Mannschaften zu ihren Mannschaftsbänken gehen, sofern sie wissen, dass eine Auszeit beantragt wurde, obwohl die Auszeit offiziell noch nicht begonnen hat.

Festlegung 5:

Sobald die Schiedsrichter bemerken, dass mehr als fünf Spieler von Mannschaft A gleichzeitig auf dem Spielfeld sind, muss dieser Fehler so schnell wie möglich behoben werden, ohne dabei die gegnerische Mannschaft zu benachteiligen.

Vorausgesetzt, Schiedsrichter und Kampfgericht haben ihre Aufgaben korrekt erfüllt, muss ein Spieler das Spielfeld illegal betreten oder nicht verlassen haben. Deshalb müssen die Schiedsrichter sofort einen Spieler vom Spielfeld schicken und auf technisches Foul gegen den Trainer ("B“-Foul) entscheiden. Der Trainer ist dafür verantwortlich, dass Spielerwechsel korrekt durchgeführt werden und ausgewechselte Spieler sofort das Spielfeld verlassen.

Beispiel:

Während des Spiels wird festgestellt, dass mehr als fünf Spieler von Mannschaft A auf dem Spielfeld sind. Zum Zeitpunkt der Entdeckung hat

a)        Mannschaft B (mit fünf Spielern) Ballkontrolle.

b)        Mannschaft A (mit mehr als fünf Spielern) Ballkontrolle.

Interpretation:

a)        Das Spiel ist sofort zu unterbrechen, es sei denn, Mannschaft B würde dadurch benachteiligt. Der Spieler, der unberechtigterweise das Spielfeld betreten oder nicht verlassen hat, muss das Spielfeld verlassen und ein technisches Foul wird gegen seinen Trainer ("B“-Foul) verhängt.

b)        Das Spiel ist sofort zu unterbrechen. Der Spieler, der unberechtigterweise das Spielfeld betreten oder nicht verlassen hat, muss das Spielfeld verlassen und ein technisches Foul wird gegen seinen Trainer ("B“-Foul) verhängt.

Festlegung 6:

Wird festgestellt, dass eine Mannschaft mehr als fünf Spieler auf dem Spielfeld hat und der überzählige Spieler A5 während dieser Zeit Punkte erzielt oder ein Foul begangen hat, bleiben alle von diesem Spieler zwischenzeitlich erzielten Punkte gültig und von ihm oder an ihm begangene Fouls bleiben als Spielerfouls bestehen.

Beispiel:

Die Schiedsrichter bemerken, dass A5 als sechster Spieler der Mannschaft A auf dem Spielfeld ist und am Spiel teilnimmt. Das Spiel wird unterbrochen nach einem

a)        Foul von A5.

b)        Feldkorb von A5.

c)        Foul von B5 am erfolglosen Korbwerfer A5.

Interpretation:

a)        Das Foul von A5 wird als Spielerfoul angeschrieben und entsprechend bestraft.

b)        Der Feldkorb von A5 zählt.

c)        Die Freiwürfe für das Foul von B5 wirft ein beliebiger Spieler der Mannschaft A, der vom Trainer A bestimmt wird und sich zum Zeitpunkt des Fouls auf dem Spielfeld befand.

Festlegung 7:

Art. 18 und 19 beschreiben, wann eine Wechsel- oder Auszeitmöglichkeit beginnt und wann sie endet. Trainer, die einen Spielerwechsel oder eine Auszeit wünschen, müssen diese Zeitpunkte kennen und ihren Antrag zur rechten Zeit stellen. Wird der Antrag außerhalb der in Art. 18 und 19 beschriebenen Wechsel- oder Auszeitmöglichkeit gestellt, sollte der Spielerwechsel oder die Auszeit nicht gewährt werden.

Beispiel:

Die Wechsel- oder Auszeitmöglichkeit hat gerade geendet, als Trainer A zum Anschreibertisch rennt und lautstark Spielerwechsel oder Auszeit beantragt. Der Anschreiber reagiert und gibt irrtümlich sein Signal. Der Schiedsrichter pfeift und unterbricht das Spiel.

Interpretation:

Durch den Pfiff des Schiedsrichters wird der Ball zum toten Ball und die Spieluhr bleibt gestoppt, was normalerweise zu einer Wechsel- oder Auszeitmöglichkeit führt. Da der Antrag jedoch zu spät gestellt wurde, soll der Spielerwechsel bzw. die Auszeit nicht mehr gewährt werden. Das Spiel ist sofort wieder aufzunehmen.

Art. 24        Dribbling

Festlegung

Wirft ein Spieler absichtlich den Ball gegen das Spielbrett, ohne dabei einen Korbwurf zu versuchen, gilt dies, als ob dieser Spieler den Ball auf den Boden aufspringen lässt. Berührt der Spieler den Ball dann wieder, bevor ein anderer Spieler den Ball berührt oder von ihm berührt wird, gilt dies wie ein Dribbling.

Beispiel 1:

A4 hat noch nicht gedribbelt, als er den Ball gegen das Spielbrett wirft und wieder fängt, bevor der Ball einen anderen Spieler berührt hat.

Interpretation:

Nach dem Fangen des Balls (der Ball kommt in seinen Händen zur Ruhe) darf A4 werfen oder passen, aber kein neues Dribbling beginnen.

Beispiel 2:

Nach Beendigung eines Dribblings, entweder in einer kontinuierlichen Bewegung oder im Stand, wirft A4 den Ball gegen das Spielbrett und fängt ihn, bevor der Ball einen anderen Spieler berührt.

Interpretation:

A4 hat eine Regelübertretung begangen, weil er ein erneutes Dribbling begonnen hat.

Art. 28        Acht Sekunden

Festlegung 1:

Die Anwendung dieser Regel stützt sich ausschließlich auf die individuelle Zählweise der acht Sekunden durch einen Schiedsrichter. Bei einer Abweichung zwischen der Zählweise des Schiedsrichters und der 24-Sekunden-Anzeige gilt die Entscheidung des Schiedsrichters.

Beispiel:

A4 dribbelt den Ball in seinem Rückfeld, als der Schiedsrichter eine Acht-Sekunden-Regelübertretung pfeift. Die 24-Sekunden-Anzeige zeigt an, dass erst sieben Sekunden vergangen sind.

Interpretation:

Die Entscheidung des Schiedsrichters ist korrekt. Einzig der Schiedsrichter entscheidet über den Ablauf der acht Sekunden.

Festlegung 2:

Wird das Zählen der acht Sekunden aufgrund einer Sprungballsituation unterbrochen und die Mannschaft, die vorher Ballkontrolle hatte, erhält den Einwurf gemäß Wechselndem Ballbesitz, steht dieser Mannschaft nur noch die Restzeit der acht Sekunden zu.

Beispiel:

Mannschaft A hat seit fünf Sekunden Ballkontrolle in ihrem Rückfeld, als auf Halteball entschieden wird. Die Schiedsrichter stellen fest, dass Mannschaft A der Einwurf gemäß Wechselndem Ballbesitz zusteht.

Interpretation:

Mannschaft A verbleiben nur drei Sekunden, um den Ball in ihr Vorfeld zu bringen.

Art. 29        24 Sekunden

Festlegung 1:

Ertönt das Signal der 24-Sekunden-Anlage, während der Ball aufgrund eines Wurfs in der Luft ist, und der Ball verfehlt anschließend – mit oder ohne Berührung des Spielbretts – den Ring, hat sich eine Regelübertretung ereignet, es sei denn, die gegnerische Mannschaft erlangt sofort und eindeutig Ballkontrolle.

Beispiel 1:

Der Ball befindet sich aufgrund eines Korbwurfs von A5 in der Luft, als das 24-Sekunden-Signal ertönt. Der Ball berührt anschließend das Spielbrett und rollt dann auf dem Boden, wo er zuerst von B6, dann von A6 berührt wird und schließlich von B7 kontrolliert wird.

Interpretation:

Dies ist eine 24-Sekunden-Regelübertretung, weil der Ball den Ring nicht berührt hat und es anschließend zu keiner sofortigen eindeutigen Ballkontrolle durch die gegnerische Mannschaft kam. Mannschaft B erhält einen Einwurf von der Endlinie nächst der Stelle, an der sich die Regelübertretung ereignet hat (nicht direkt hinter dem Spielbrett).

Beispiel 2:

Ein Korbwurf von A5 berührt das Spielbrett, verfehlt aber den Ring. Beim Rebound berührt B5 den Ball, ohne die Ballkontrolle zu erlangen. Danach fängt A5 den Ball und es ertönt das 24-Sekunden-Signal.

Interpretation:

Dies ist eine 24-Sekunden-Regelübertretung, da die 24-Sekunden-Anlage weiter läuft, wenn der Ball den Ring nicht berührt, und anschließend wieder ein Spieler der Mannschaft A Ballkontrolle erlangte.

Beispiel 3:

Gegen Ende der 24-Sekunden-Periode wirft A4 - mit einem oder beiden Füßen auf dem Boden stehend - auf den Korb. Der Wurf wird von B4 legal geblockt, anschließend ertönt das 24-Sekunden-Signal. Nach dem Signal wird A4 von B4 gefoult.

Interpretation:

Dies ist eine 24-Sekunden-Regelübertretung. Das Foul von B4 wird nicht beachtet, es sei denn, es handelt sich um ein technisches, unsportliches oder disqualifizierendes Foul. Der Ball wird Mannschaft B zum Einwurf von der Seiten- oder Endlinie zugesprochen, nächst der Stelle, von der aus der Korbwurf erfolgte.

Beispiel 4:

Der Ball befindet sich aufgrund eines Korbwurfs von A4 in der Luft, als das 24-Sekunden-Signal ertönt. Der Ball verfehlt den Ring, unmittelbar anschließend wird ein Halteball zwischen A5 und B5 gepfiffen.

Interpretation:

Dies ist eine 24-Sekunden-Regelübertretung. Mannschaft B erhielt beim Rebound nicht sofort und klar Ballkontrolle. Mannschaft B erhält den Ball zum Einwurf in Höhe der verlängerten Freiwurflinie.

Festlegung 2:

Erhält die zuvor ballkontrollierende Mannschaft einen Einwurf gemäß Wechselndem Ballbesitz, bleibt ihr nur die Restzeit auf der 24-Sekunden-Anlage, die ihr bei Entstehen der Sprungballsituation zur Verfügung stand.

Beispiel 1:

Mannschaft A ist in Ballkontrolle und hat noch zehn Sekunden auf der 24-Sekunden-Anlage, als eine Sprungballsituation entsteht. Das Einwurfrecht gemäß Wechselndem Ballbesitz hat

a)        Mannschaft A.

b)        Mannschaft B.

Interpretation:

a)        Mannschaft A hat nur noch zehn Sekunden Restzeit auf der 24-Sekunden-Anlage.

b)        Mannschaft B erhält eine neue 24-Sekunden-Periode.

Beispiel 2:

Mannschaft A ist in Ballkontrolle und hat noch zehn Sekunden auf der 24-Sekunden-Anlage, als der Ball ins Aus geht. Die Schiedsrichter sind sich entweder nicht einig oder haben nicht sehen können, ob A4 oder B4 zuletzt den Ball berührt hat, bevor er ins Aus ging. Das Einwurfrecht gemäß Wechselndem Ballbesitz hat

a)        Mannschaft A.

b)        Mannschaft B.

Interpretation:

a)        Mannschaft A hat nur noch zehn Sekunden Restzeit auf der 24-Sekunden-Anlage.

b)        Mannschaft B erhält eine neue 24-Sekunden-Periode.

Art. 31        Goaltending und Stören des Balls

Festlegung 1:

Befindet sich der Ball bei einem Korbwurf oder Freiwurf oberhalb des Rings, handelt es sich um Stören des Balls, wenn ein Spieler von unten durch den Korb greift und den Ball berührt.

Beispiel:

Bei einem letzten oder einzigen Freiwurf von A4 greift B4 von unten durch den Korb und berührt den Ball, bevor dieser den Ring berührt.

Interpretation:

B4 begeht eine Regelübertretung, da er den Ball beim Freiwurf illegal berührt. Mannschaft A wird ein Punkt angeschrieben.

Festlegung 2:

Befindet sich der Ball bei einem Zuspiel oder Rebound oberhalb des Rings, handelt es sich um eine Regelübertretung, wenn ein Spieler von unten durch den Korb greift und den Ball berührt. Dies ist kein Stören des Balls, und es werden keine Punkte gegeben.

Beispiel:

Nach einem Zuspiel befindet sich der Ball oberhalb des Rings, als A4 von unten durch den Korb greift und den Ball berührt.

Interpretation:

Dies ist eine Regelübertretung, allerdings weder Goaltending noch Stören des Balls. Mannschaft B erhält den Ball mit neuen 24 Sekunden zum Einwurf von der Endlinie nächst der Stelle, an der sich die Regelübertretung ereignet hat (nicht direkt hinter dem Spielbrett).

Festlegung 3:

Hat der Ball beim letzten oder einzigen Freiwurf den Ring berührt, ändert der Freiwurf seinen Status und wird zu einem Zwei-Punkte-Feldkorb, wenn der Ball legal von einem Spieler berührt wird, bevor er in den Korb geht.

Beispiel:

Beim letzten oder einzigen Freiwurf von A4 berührt der Ball den Ring und springt hoch. B4 versucht, den Ball weg zu tippen, tippt ihn aber in den Korb.

Interpretation:

Da B4 den Ball legal berührt, ändert sich der Status des Freiwurfs und es werden zwei Punkte für Mannschaft A gegeben.

Festlegung 4:

Berührt bei einem Korbwurf ein Spieler den Ball in seinem Aufwärtsflug, gelten alle Einschränkungen hinsichtlich Goaltending und Stören des Balls weiter.

Beispiel:

Bei einem Korbwurf von A4 berührt B5 (oder A5) den aufsteigenden Ball. Bei seinem Abwärtsflug zum Korb wird der Ball berührt von

a)        A6.

b)        B6.

Interpretation:

Die Berührung des Balls im Aufwärtsflug durch B5 (oder A5) ist legal und ändert nicht den Status eines Korbwurfs. Die nachfolgende Berührung des Balls im Abwärtsflug durch einen beliebigen Spieler ist jedoch eine Regelübertretung. Bei einer illegalen Berührung durch

a)        A6 erhält Mannschaft B den Ball zum Einwurf.

b)        B6 werden zwei oder drei Punkte für Mannschaft A gegeben.

Festlegung 5:

Versetzt ein Verteidiger während eines Korbwurfs Spielbrett oder Ring so in Schwingung, dass der Ball nach Meinung des Schiedsrichters deshalb nicht in den Korb geht, handelt es sich um Stören des Balls.

Beispiel:

Gegen Ende des Spiels wirft A4 aus dem Drei-Punkte-Feldkorb-Bereich auf den Korb. Während der Ball in der Luft ist, ertönt das Signal zum Ende des Spiels. Nach dem Signal bringt B4 Spielbrett oder Ring so in Schwingung, dass der Ball nach Meinung des Schiedsrichters deshalb nicht in den Korb geht.

Interpretation:

Bei einem Wurf bleibt der Ball auch nach dem Signal zum Ende des Spiels belebt. B4 begeht durch Stören des Balls eine Regelübertretung, und es werden drei Punkte für Mannschaft A gegeben.

Art. 35        Doppelfoul

Festlegung

Kommt es zu gegensätzlichen Entscheidungen der Schiedsrichter oder geschehen Regelverletzungen zu annähernd gleicher Zeit, und eine der Entscheidungen beinhaltet, einen erzielten Korb zu annullieren, dann hat diese Feststellung den Vorrang und es werden keine Punkte gegeben.

Beispiel:

Während eines Korbwurfs kommt es zum Kontakt zwischen Werfer A4 und Verteidiger B4. Der Ball geht in den Korb. Der vordere Schiedsrichter entscheidet auf Offensivfoul gegen A4, weshalb der Korb nicht zählen dürfte. Der folgende Schiedsrichter entscheidet auf Defensivfoul gegen B4 und möchte den Korb zählen lassen.

Interpretation:

Dies ist ein Doppelfoul und der Korb darf nicht zählen.

Art. 38        Technisches Foul

Festlegung 1:

Verwarnt ein Schiedsrichter einen Spieler wegen einer Aktion oder Fehlverhaltens und droht für den Fall einer Wiederholung ein technisches Foul an, muss diese Verwarnung auch dem Trainer dieser Mannschaft mitgeteilt werden. Sie gilt dann für alle Mannschaftsmitglieder und bis zum Spielende. Eine offizielle Verwarnung wird nur ausgesprochen, während die Spieluhr steht und der Ball tot ist.

Beispiel:

Ein Mitglied der Mannschaft A wird verwarnt wegen

a)        Stören des Einwurfs.

b)        Händeklatschen vor dem Gesicht eines Gegenspielers, der erfolgreich auf den Korb wirft.

c)        unsportlichen Verhaltens.

d)        einer anderen Aktion, deren Wiederholung zu einem technischen Foul führen kann.

Interpretation:

Die Verwarnung muss auch Trainer A mitgeteilt werden und gilt für alle Mitglieder der Mannschaft A und bis zum Spielende.

Festlegung 2:

Wird während einer Spielpause ein technisches Foul von einem spielberechtigten Mannschaftsmitglied begangen, der zugleich Spielertrainer ist, zählt das technische Foul als Spielerfoul und wird den Mannschaftsfouls seiner Mannschaft der darauf folgenden Spielperiode zugerechnet.

Beispiel:

Gegen Spielertrainer A4 wird ein technisches Foul verhängt für

a)        Hängen am Ring beim Aufwärmen vor dem Spiel oder in der Halbzeitpause.

b)        unsportliches Verhalten während einer Spielpause.

Interpretation:

In beiden Fällen wird ein technisches Foul gegen A4 als Spieler verhängt. Das Foul zählt zu den Mannschaftsfouls der darauf folgenden Spielperiode und zu den persönlichen Fouls von A4.

Festlegung 3:

Befindet sich ein Spieler in der Korbwurfaktion, dürfen Gegenspieler ihn dabei nicht durch Aktionen stören wie z. B. Winken mit der Hand, um die Sicht des Werfers zu beeinträchtigen, laut schreien, heftig auf den Boden stampfen oder nahe beim Werfer in die Hände klatschen. Wird der Werfer durch solche oder ähnliche Aktionen deutlich benachteiligt, ist ein technisches Foul zu verhängen, wird er nicht benachteiligt, ist eine Verwarnung auszusprechen.

Beispiel:

B4 versucht A4 bei seinem Korbwurf zu stören, indem er laut schreit oder heftig mit den Füßen auf den Boden stampft. Der Wurf ist

a)        erfolgreich.

b)        nicht erfolgreich.

Interpretation:

a)        B4 ist zu verwarnen und die Verwarnung ist Trainer B mitzuteilen. Die Verwarnung für derartiges oder ähnliches Verhalten gilt dann für alle Spieler der Mannschaft B und bis zum Spielende.

b)        Gegen B4 kann ein technisches Foul verhängt werden.

Festlegung 4:

Kehrt ein Spieler, der bereits fünf Fouls begangen hat und darüber informiert wurde, wieder ins Spiel zurück, ist seine regelwidrige Teilnahme beim Entdecken sofort - sofern dadurch die gegnerische Mannschaft nicht benachteiligt wird - zu bestrafen.

Beispiel:

B4 begeht sein fünftes Foul und wird darüber informiert. Nach einiger Zeit kehrt B4 als Einwechselspieler wieder ins Spiel zurück. Die regelwidrige Teilnahme von B4 wird bemerkt,

a)        bevor der Ball nach dem Spielerwechsel belebt ist.

b)        nachdem der Ball belebt ist und während Mannschaft A die Ballkontrolle hat.

c)        nachdem der Ball belebt ist und während Mannschaft B die Ballkontrolle hat.

d)        nachdem der Ball nach dem Wiedereintritt von B4 wieder zum toten Ball wurde.

Interpretation:

a)        B4 muss das Spielfeld sofort verlassen. Gegen Trainer B ist ein technisches Foul zu verhängen ("B"-Foul).

b)        Das Spiel ist sofort zu unterbrechen, sofern Mannschaft A dadurch nicht benachteiligt wird. B4 muss das Spielfeld sofort verlassen. Gegen Trainer B ist ein technisches Foul zu verhängen ("B"-Foul).

c)   und d)    Das Spiel ist sofort zu unterbrechen. B4 muss das Spielfeld sofort verlassen. Gegen Trainer B ist ein technisches Foul zu verhängen ("B"-Foul).

Festlegung 5:

Kehrt ein Spieler, der bereits fünf Fouls begangen hat und darüber informiert wurde, wieder ins Spiel zurück und erzielt einen Korb, begeht ein Foul oder wird gefoult wird, bevor seine regelwidrige Teilnahme entdeckt wird, zählt sein Korb und ein Foul von oder an B4 wird als Spielerfoul angeschrieben.

Beispiel:

B4 begeht sein fünftes Foul und wird darüber informiert. Nach einiger Zeit kehrt B4 als Einwechselspieler wieder ins Spiel zurück. Die regelwidrige Teilnahme von B4 wird bemerkt, nachdem B4

a)        einen Korb erzielt.

b)        ein Foul begeht.

c)        von A4 gefoult wird (5. Mannschaftsfoul).

Interpretation:

a)        Der von B4 erzielte Feldkorb zählt und wird B4 angeschrieben.

b)        Das von B4 begangene Foul ist B4 als Spielerfoul anzuschreiben.

c)        Die B4 zustehenden zwei Freiwürfe sind von seinem Einwechselspieler auszuführen.

Nachdem alle unter a), b) und c) genannten Aktionen abgeschlossen sind, ist die Strafe für das technische Foul gegen Trainer B (“B”-Foul) auszuführen.

Festlegung 6:

Kehrt ein Spieler, der bereits fünf Fouls begangen hat, darüber aber nicht informiert wurde, wieder ins Spiel zurück oder verbleibt im Spiel, muss er bei Entdecken seiner regelwidrigen Teilnahme sofort - sofern dadurch die gegnerische Mannschaft nicht benachteiligt wird – das Spielfeld verlassen. Hat er bis dahin einen Korb erzielt, ein Foul begangen oder wurde gefoult, zählt sein Korb und die Fouls werden als Spielerfouls angeschrieben. Für seine regelwidrige Teilnahme am Spiel ist keine Strafe zu verhängen.

Beispiel:

A10 möchte für A4 eingewechselt werden, und beim nächsten toten Ball, der durch ein Foul von A4 entsteht, betritt A10 das Spielfeld. Die Schiedsrichter versäumen es, A4 zu informieren, dass er gerade sein fünftes Foul begangen hat. A4 wird später wieder eingewechselt. Seine regelwidrige Teilnahme wird bemerkt, nachdem

a)        die Spieluhr wieder läuft und A4 als Spieler teilnimmt.

b)        A4 einen Korb erzielt.

c)        B4 von A4 gefoult wird.

d)        A4 beim Korbwurfvon Verteidiger B4 gefoult wird.

Interpretation:

a)        Das Spiel ist zu unterbrechen, sofern Mannschaft B dadurch nicht benachteiligt wird. A4 muss sofort das Spielfeld verlassen und gegen einen anderen Spieler ausgewechselt werden. Die illegale Teilnahme von A4 wird nicht bestraft.

b)        Der von A4 erzielte Feldkorb zählt und wird A4 angeschrieben.

c)        Das von A4 begangene Foul wird als Spielerfoul angeschrieben und entsprechend bestraft.

d)        Das von B4 begangene Foul wird als Spielerfoul angeschrieben. Der Einwechselspieler für A4 führt die zwei (oder drei) Freiwürfe aus.

Art. 39        Gewalttätigkeit

Festlegung:

Droht oder kommt es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung, während eine Mannschaft Ballkontrolle hat, steht dieser Mannschaft bei Wiederaufnahme des Spiels nur noch die Restzeit auf der 24-Sekunden-Anlage zu, die ihr bei der Unterbrechung des Spiels noch zur Verfügung stand.

Beispiel:

Mannschaft A ist 20 Sekunden in Ballkontrolle, als auf dem Spielfeld eine gewalttätige Auseinandersetzung droht. Die Schiedsrichter disqualifizieren Mitglieder beider Mannschaften wegen Verlassens des Mannschaftsbank-Bereichs.

Interpretation:

Mannschaft A, die vor der Ausschreitung Ballkontrolle hatte, erhält Einwurf von der Mittellinie mit nur noch vier Sekunden auf der 24-Sekunden-Anzeige.

Art. 42        Sonderfälle

Festlegung 1:

In Sonderfällen, wenn eine Anzahl von Strafen während derselben Uhr-Stopp-Periode entsteht, müssen die Schiedsrichter besonders auf die Reihenfolge achten, in der die Regelübertretungen oder Fouls entstanden sind, um zu bestimmen, welche Strafen ausgeführt werden und welche Strafen sich aufheben.

Beispiel:

A4 macht einen Sprungwurf, und während sich der Ball in der Luft befindet, ertönt das Signal der 24-Sekunden-Anlage. Nach dem Signal, A4 befindet sich noch immer in der Luft, wird A4 unsportlich von B4 gefoult und der Ball

a)        verfehlt den Ring.

b)        berührt nur den Ring, geht aber nicht in den Korb.

c)        geht in den Korb.

Interpretation:

In allen drei Fällen kann das unsportliche Foul nicht ignoriert werden.

a)        Als A4 von B4 gefoult wurde, befand er sich noch in der Luft und hatte somit noch Werferstatus (Strafe: zwei oder drei Freiwürfe, gefolgt von einem Einwurf für Mannschaft A von der Mittellinie gegenüber dem Anschreibertisch). Danach hat A4 eine 24-Sekunden-Regelübertretung begangen (Strafe: Einwurf für Mannschaft B in Höhe der verlängerten Freiwurflinie). A4 erhält zwei oder drei Freiwürfe, aber das Recht von Mannschaft A auf den nachfolgenden Einwurf verfällt, weil dies nicht die letzte Strafe ist, die auszuführen ist. Das Spiel wird mit einem Einwurf für Mannschaft B in Höhe der verlängerten Freiwurflinie fortgesetzt.

b)        Es hat sich keine 24-Sekunden-Regelübertretung ereignet. A4 erhält zwei oder drei Freiwürfe, gefolgt von einem Einwurf für Mannschaft A von der Mittellinie gegenüber dem Anschreibertisch.

c)        Es hat sich keine 24-Sekunden-Regelübertretung ereignet. Zwei oder drei Punkte werden für A4 gegeben, gefolgt von einem zusätzlichen Freiwurf. Mannschaft A erhält anschließend einen Einwurf von der Mittellinie gegenüber dem Anschreibertisch.

Festlegung 2:

Ereignen sich während der Ausführung von Freiwürfen ein Doppelfoul oder Fouls mit gleichen Strafen, werden die Fouls angeschrieben, aber die Strafen heben sich auf.

Beispiel 1:

A4 erhält zwei Freiwürfe. Nach dem ersten Freiwurf begehen A5 und B5 ein Doppelfoul.

Interpretation:

Die Fouls werden A5 und B5 angeschrieben, anschließend führt A4 seinen zweiten Freiwurf aus und das Spiel wird wie nach jedem letzten oder einzigen Freiwurf fortgesetzt.

Beispiel 2:

A4 erhält zwei Freiwürfe. Nach dem ersten Freiwurf wird zuerst von A5 und dann von B5 ein technisches Foul begangen.

Interpretation:

Die technischen Fouls werden A5 und B5 angeschrieben. Anschließend führt A4 seinen zweiten Freiwurf aus. Das Spiel wird wie nach jedem letzten oder einzigen Freiwurf fortgesetzt.

Beispiel 3:

A4 erhält zwei Freiwürfe und verwandelt beide. Bevor der Ball nach dem letzten Freiwurf wieder belebt wird, begehen A5 und B5

a)        ein Doppelfoul.

b)        je ein technisches Foul.

Interpretation:

In beiden Fällen werden die Fouls den jeweiligen Spielern angeschrieben. Danach wird das Spiel mit einem Einwurf von der Endlinie wie nach jedem erfolgreichen letzten oder einzigen Freiwurf fortgesetzt.

Art. 46        Pflichten und Rechte des 1. Schiedsrichters

Festlegung

Bei einem normalen Basketballspiel sind durchaus Vorfälle oder Situationen denkbar, die nicht explizit in den offiziellen Basketball-Regeln oder Interpretationen der FIBA behandelt sind. In diesem Fall hat der 1. Schiedsrichter das Recht, Entscheidungen aufgrund seiner persönlichen Beurteilung unter Berücksichtigung von Fair Play und Geist der Regeln zu treffen. Der 1. Schiedsrichter hat das Recht, Entscheidungen über jeden Punkt zu treffen, der nicht ausdrücklich in den Regeln festgelegt ist. Dies kann man auch als flexibles Recht des 1. Schiedsrichters bezeichnen.

Beispiel:

Nach einem Korberfolg der Mannschaft A während der letzten zwei Spielminuten rollt der Ball weit aus dem Spielfeld hinaus.

Interpretation:

Während des normalen Spiels außerhalb der letzten zwei Minuten würde der Schiedsrichter pfeifen, um die Spieluhr zu stoppen. Wenn jedoch die Spieluhr gestoppt und der Ball tot ist, entsteht für beide Mannschaften eine Auszeit- und Wechselmöglichkeit. Dies gilt allerdings nicht nach einem Feldkorb während der letzten zwei Minuten der vierten Spielperiode oder einer Verlängerung. Wenn jetzt ein Schiedsrichter pfeift, wäre die einwerfende Mannschaft benachteiligt, weil nun auch für die Mannschaft des Korbwerfers Spielerwechsel oder Auszeit möglich wäre. Deshalb darf der Schiedsrichter in der beschriebenen Situation nicht pfeifen, weil dadurch eine Spielunterbrechung entstehen würde.

 

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